Phantasia

Krone

01 de mayo de 2011


"Hohe Könnerschaft verbunden mit dem Anspruch, die Hörer keine Sekunde zu langweilen, das war wohl sein Credo, das auch auf die Musik Frobergers abfärbte – ein insgesamt hochinteressantes Album (Winter & Winter)."


Sie zählten zu den ersten Virtuosen der Musikgeschichte: Girolamo Alessandro Frescobaldi (1583 bis 1643) spielte die Orgel des Petersdom in Rom so furios, dass seine Darbietungen zu einer Attraktion wurden. Tausende Hörer kamen zu seinen „Konzerten“, zahlreiche Organisten pilgerten nach Italien, um bei ihm in die Lehre zu gehen. Sein deutscher Schüler Johann Jakob Froberger (1616 bis 1667) führte die Virtuosentradition auf vielen Reisen durch ganz Europa weiter. Die beiden Genies zählen zu den Urvätern der Pianistik, die dem Cembalo neue Ausdruckstiefen erschlossen haben.

Der spanische Cembalist Aarón Zapico hat für sein Solodebüt Stücke von Frescobaldi und Froberger eingespielt. Das Album trägt den Titel „Phantasia“ zu Recht: Der Musiker demonstriert, wie farbig und vielgestaltig die „Klavier“-Musik bereits 100 Jahre vor Bach war. Frescobaldis hinreißende „Cento Partite sopra Passacagli“, sein letztes Stück überhaupt, und viele der Einzelsätze (Toccaten, Canzonen, Couranten) sind oft von einer abwechslungsreichen, bisweilen gar sprunghaften Dramaturgie geprägt.

Hohe Könnerschaft verbunden mit dem Anspruch, die Hörer keine Sekunde zu langweilen, das war wohl sein Credo, das auch auf die Musik Frobergers abfärbte – ein insgesamt hochinteressantes Album (Winter & Winter).

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