Concerto Zapico: Forma Antiqva plays Baroque Dance MusicConcerto Zapico: Forma Antiqva plays Baroque Dance Music

Barocke Tanzmusik mit Suchtfaktor

Deutschlandradio

Disco: Concerto Zapico

21 de noviembre de 2010


"Das, was diese Aufnahme auszeichnet, ist die entspannte, natürliche Musizierweise der drei Brüder. Da ist zwar distinguiertes Spiel aber zugleich auch Temperament zu hören in einer ganz natürlichen Spielweise, ohne Effekthascherei und neumodisches Beiwerk. Das unterscheidet diese Aufnahme von vielen anderen in diesem Genre. Die Einflüsse aus der Volksmusik, die hier und da fassbar sind, reichen aus, um dieser höfischen Musik einen nahezu zeitlosen Charakter zu verleihen, es ist Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau. Und das 'groovt' hier ganz von allein. "


Barocke Tanzmusik mit Suchtfaktor
Spanisches Ensemble Forma Antiqva musiziert in Originalbesetzung
Von Christiane Lehnigk

Das Trio Forma Antiqva zeichnet sich durch eine natürlich Musizierweise der barocken Tänze aus. Die drei Brüder verzichten auf Effekthascherei, neumodisches Beiwerk und erzeugen Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau.
Heute stellen wir Ihnen barocke Tanzmusik mit dem spanischen Ensemble Forma Antiqva vor, eine Aufnahme die jetzt unter dem Titel "Concerto Zapico" beim Label Winter & Winter erschien. Im Studio begrüßt Sie dazu Christiane Lehnigk.

Dies ist ein unveröffentlichter Fandango von Domenico Scarlatti, gespielt von den Brüdern Zapico. Die Gruppe Forma Antiqva legte hier eine Einspielung in der Grundformation von Aarón, Daniel und Pablo Zapico vor, die barocker Tanzmusik gewidmet ist. Hierbei handelt es sich allerdings überwiegend, vielleicht außer beim Fandango, eher um stilisierte Tänze, wie zum Beispiel Passacaglia, Bayle, Toccata oder Recercada. Dabei wurde das Repertoire hauptsächlich nach der originalen Besetzung für Cembalo, Gitarre und Theorbe ausgesucht, hinzu kamen aber auch noch einzelne Stücke für Solo-Instrumente, die gemäß der Zeit transkribiert wurden. Bei Forma Antiqva bilden die drei Brüder die Grundbesetzung des Basso continuo, hier sind sie erstmals sozusagen solistisch zu hören.

Das spanische Ensemble Forma Antiqva besteht seit 1998 und spielt in ganz unterschiedlichen Besetzungen. Hier haben sich die Brüder Zapico an historischen Vorbildern orientiert. Francesca Caccini, auch "La Cecchina" genannt, eine berühmte Sängerin und Komponistin zu Beginn des Settecento, hatte ihre ersten musikalischen Aktivitäten unter dem Namen "Concerto Caccini" zusammen mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und ihrem Bruder unternommen. Sie war in vielem eine Ausnahmeerscheinung: Sie spielte Laute, Gitarre und Cembalo und zählte später zu den am besten bezahlten Musikern am Hof der Medici in Florenz. Sie veröffentlichte mit "Musiche" eine eigene richtungsweisende Sammlung mit Solo-Liedern und schrieb großangelegte Ballette und Opern. Am "Concerto Caccini" orientierten sich also die Brüder Zapico und nannten ihre CD demnach "Concerto Zapico". Es gibt viel Unbekanntes zu hören, aber es fehlen auch nicht die bei solch einer Auswahl fast schon obligatorischen Stücke zum Beispiel von Girolamo Kapsberger.

Das, was diese Aufnahme auszeichnet, ist die entspannte, natürliche Musizierweise der drei Brüder. Da ist zwar distinguiertes Spiel aber zugleich auch Temperament zu hören in einer ganz natürlichen Spielweise, ohne Effekthascherei und neumodisches Beiwerk. Das unterscheidet diese Aufnahme von vielen anderen in diesem Genre. Die Einflüsse aus der Volksmusik, die hier und da fassbar sind, reichen aus, um dieser höfischen Musik einen nahezu zeitlosen Charakter zu verleihen, es ist Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau. Und das 'groovt' hier ganz von allein.

Bei dieser Aufnahme beschränkt sich das Ensemble Forma Antiqva auf die Besetzung, die sozusagen den Ground, den Basso continuo bildet: Aarón, der hier Cembalo und Orgel spielt, sowie die Zwillingsbrüder Daniel mit einer 14-chörigen Theorbe und Pablo Zapico mit einer 5-chörigen Barock-Gitarre. Die Brüder spielen alle regelmäßig in verschiedenen europäischen Barockformationen und knüpften bereits früh Kontakte durch ihre Mitgliedschaft im European Baroque Orchestra. Inzwischen haben sie schon eine Reihe von Preisen erspielt und lehren selbst an verschiedenen Institutionen.

Ihre Programme zeichnen sich immer durch große Originalität und Wiederentdeckung unbekannten Repertoires aus. Diese Aufnahme mit spanischen und italienischen Tanz-Stücken aus drei Jahrhunderten ist rundum gelungen und hat durchaus Suchtfaktor. Hören Sie die Brüder Zapico zum Abschluss noch mit dem Titel "Bayle del Gran Duque", "Tanz des Großfürsten" eines anonymen Komponisten aus "Der Duftende Blumenstrauß", einer Sammlung von Orgelbearbeitungen geistlicher und weltlicher Werke, die von Antonio Martín y Coll herausgegeben wurde.

Die Neue Platte im Deutschlandfunk. Wir stellten Ihnen heute barocke Tanzmusik mit dem spanischen Ensemble Forma Antiqva vor, das jetzt unter dem Titel "Concerto Zapico" beim Label Winter & Winter erschien.

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