The Volcano Symphony: Ernst Reijseger | FORMA ANTIQVA | Aarn ZapicoThe Volcano Symphony: Ernst Reijseger | FORMA ANTIQVA | Aarn Zapico

Elementarkräfte

Musik & Theater

Disco: The Volcano Symphony

01 de junio de 2017


Als Menschen rationale Erklärungen fu?r Elementarkräfte noch fehlten, erfanden sie personifizierte Mythen. Auf die polynesische Göttin Pele bezieht sich der niederländische Cellist und Komponist Ernst Reijseger im Sujet seiner «Volcano Symphonie», die er als Klangdrama fu?rs Barockensemble Forma Antiqva inszeniert hat. Ihre Doppelidentität (Zerstörung und Fruchtbarkeit) ist in ätherisch-wortlosem Sopran von Eugenia Boix und stetem instrumentalen Spannungsverhältnis präsent, das Ernst Reijseger gemäss der unorthodoxen Besetzung wie Orgelregister arrangiert hat. Insbesondere Blockflötentimbres geben dem Werk schon in der Eröffnung originäres Gepräge, wo sich in einer konsistenten Akkordstruktur kleine Tonzellen tummeln. Diese dichten «Lavaschichten» kommen durch weiter differenzierte Ornamente und eingelagerte Cello-Improvisationen langsam in Bewegung, und es entstehen andere Konstellationen wie Antifone, filigran-sakrale ChoralPassagen bis zum fertil spriessenden polyfonen Motivmuster, das schliesslich als Concerto grosso triumphiert. So ist dieser Vulkanmythos keine naturalistische Nachahmung, sondern eine zwar durchaus assoziative, aber vor allem epische Komposition, deren Energien Aarón Zapico mit Umsicht lenkt und klare Formen gibt. Grandios.

Hans-Dieter Gru?nefeld

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