Le Quattro Stagioni  The Four Seasons: Il Cimento dellArmonia e dellInventione
The Contest between Harmony and InventionLe Quattro Stagioni  The Four Seasons: Il Cimento dellArmonia e dellInventione
The Contest between Harmony and Invention

The Four Seasons

BR Klassik

Disco: Le Quattro Stagioni · The Four Seasons

13 de enero de 2012


Die vier Jahreszeiten

Auf die Wiederkehr der Jahreszeiten ist Verlass. Nicht nur im kalendarischen Sinne, sondern auch auf dem Tonträgermarkt. Antonio Vivaldis berühmte Jahreszeiten wurden schon sehr viel und sehr gut auf CD veröffentlicht.

Wenn jetzt ausgerechnet das kleine Münchner Label "Winter & Winter" nachlegt, kann das nur bedeuten, dass hier eine besondere Variante geboten wird. Uri Caine, der Stammkünstler der CD-Edition, versucht sich nach Adaptionen von Werken Mahlers, Bachs, Mozarts oder Schuberts nun an einer Neudeutung des Vivaldi-Dauerbrenners. Diesmal aber verfremdet der amerikanische Pianist und Komponist nicht das Ausgangsmaterial. Stattdessen stellt Caine den vier Konzerten jeweils kurze Introduktionen voran. Mal kommen sie als sphärische Improvisation daher, mal als heitere Jazz-Adaption; als computeranimierte Techno-Variante oder als geräuschhafte Collage mit Sprechgesang. Vertont hat er hierfür jeweils die kurzen Sonette, deren Urheberschaft ebenfalls Vivaldi zugesprochen wird: kurze Natur-und Stimmungsbilder, die der deutsche Jazzsänger Theo Bleckmann übernimmt.

Mutig und experimentell
Man muss sich einhören in diesen Klangkosmos, der viel Kontraste bietet zwischen dem barocken Ausgangsmaterial und den modernen Reflexionen. Aber auch dazu verlockt, auf historischen Instrumenten Dargebotenes plötzlich neu zu hören. Dafür sorgen die auf vorderster Stuhlkante spielenden Musiker der Forma Antiqua unter Aarón Zapico. Sie schöpfen mit ihren Instrumenten tatsächlich Klänge, die Eis splittern, Donner krachen und Regen tröpfeln lassen. Angst vor "schmutzigen" Geigenstrichen, gewagten Schleifern und anderen Verzierungen oder extremen Rubati haben die Spanier nicht. Ganz im Gegenteil: Manchmal scheint der Geiger Aitor Hevia gar in eine Jazz-Improvisation zu verfallen, während sich das rhythmische Gefüge des Ensembles regelrecht aufzulösen scheint. Nicht "historisch informierte", sondern mutig-experimentelle Aufführungspraxis ist das, die Barock-Puristen vielleicht ärgern, Freunde des Experimentellen aber begeistern dürfte.

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